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Die Geschichte
von AIKO
Teil 2

www.beagle-aaron-aiko.de
Erinnert ihr euch noch an meine
Adventsgeschichte? Die habe ich genau heute (11.12.2008) vor zwei Jahren für
euch geschrieben.
Hier noch mal zum
Nachlesen: CLICK
Heuer
will ich euch aber etwas ganz anderes erzählen. Habt ihr schon mal etwas von „Weihnachten“
gehört? Sicher kennt das der Eine oder Andere.
In den Wohnungen
stellen die Zweibeiner dann Bäume auf, die wir Vierbeiner aber nicht anpinkeln
dürfen. Auf die Bäume stecken sie Kerzen und allerlei Zierrat. Viele Zwei- und
auch einige Vierbeiner bekommen dann Geschenke. Aber das sind nur die
Äußerlichkeiten. Das eigentliche Weihnachten ist etwas ganz anderes.
In der
Weihnachtsgeschichte der Zweibeiner fängt alles damit an, dass zwei Menschen in
einem fremden Land unterwegs waren. Alleine in der Fremde. Als es Abend wurde
fanden sie kein Plätzchen zum Schlafen. Niemand wollte sein Zuhause mit ihnen
teilen. So ähnlich ging es mir bis vor vier Jahren auch. Ich wusste nicht wo ich
hin gehörte und hatte keine besonders schöne Zeit. Doch gerade als die Beiden
aus der Weihnachtsgeschichte fast aufgegeben hatten, bot ihnen jemand eine
Übernachtungsmöglichkeit an. Ein Platz im Stall, bei den Vierbeinern. Die
Menschen, nennen wir sie Josef und Maria, machten sich auf den Weg zum Stall,
inzwischen war es dunkel und kalt geworden. Sie hatten Mühe dem rechten Weg zu
folgen. Doch am Himmel leuchteten die Sterne. Sie wiesen den Beiden den Weg. So
verloren sie die Hoffnung nicht und fanden bald zum Stall. Sie waren froh
endlich ein Dach über dem Kopf zu haben, obwohl ihnen dieser Platz nicht so
recht gefiel. Dort zwischen Eseln und Kühen, zwischen Iaa und Muuhh war
eigentlich nicht ihr Platz. Unter Menschen hätten sie sich sicher wohler
gefühlt, auch das Bett aus Heu und Stroh mochten sie zunächst nicht besonders.
Sie hätten eigentlich lieber in einem richtigen Haus geschlafen, mit richtigen
Betten, Matratzen und Federbetten. In meinem Fall war es ähnlich. Genau heute
vor 4 Jahren bekam ich ein neues Zuhause. Aber dort fühlte ich mich zunächst
auch nicht besonders wohl. Dort war alles fremd und groß. Bisher kannte ich nur
Räume von wenigen Quadratmetern mit spärlicher Einrichtung. Ein Schlafplatz, ein
Futter- und ein Wassernapf, ein Gitter drum herum - mehr nicht. Doch hier gab es
sooo viele Dinge die ich nicht kannte, die mir unheimlich waren. Selbst mit den
Decken, Körbchen und Kissen, die eigentlich für mich als Liegeplatz gedacht
waren, wusste ich nichts anzufangen. Dort waren Menschen die mich berührten, mit
mir sprachen – mir war die Nähe aber unheimlich. Ähnlich musste es auch Maria
und Josef ergangen sein, als die Kühe versuchten ihnen über das Gesicht zu
lecken, als der Esel sich zu ihnen ins Stroh legen wollte um sie zu wärmen, und
als sie sich durch das laute, unverständliche Iaa und Muuhh nur gestört fühlten.
Dabei wollten die Tiere sie nur in ihrem Zuhause begrüßen.
Doch wie Maria und Josef sich nach einiger Zeit
zwischen den Tieren, auf dem Stroh im warmen Stall ganz wohl fühlten, so fühlte
ich mich mit der Zeit unter den Zweibeinern immer wohler. Und es wurde warm und
hell, nicht nur äußerlich – nein auch ganz tief drinnen. Damals im Stall, genau
wie heute hier in meinem kleine Beagleherz. Auch auf meinem Weg leuchteten
Sterne. Von diesen will ich euch später noch berichten.
In der
Weihnachtsgeschichte kam dann Jesus auf die Welt– als Baby in der Krippe
zwischen Zwei- und Vierbeinern. Auch er war auf der Suche nach einem Platz in
der Welt, an dem er vom ängstlichen, schwachen Baby zu dem Jesus werden konnte
über den das Buch der Bücher geschrieben wurde. Der Jesus, der später so vielen
Menschen Hoffnung und den rechten Platz im Leben gewiesen hat.
Weihnachten ist also
seinen Platz in der Welt zu finden – aber noch viel mehr, seinen Platz, sein
Zuhause mit denen zu teilen die auf der Suche danach sind.
Gerade unter uns
Vierbeinern gibt es so viele die ein schönes Zuhause verdient hätten. Manche
leben, wie ich damals, in Laboren oder in Tierheimen oder in einem Zuhause in
dem des keine Wärme gibt. Mit jedem, der einen Platz im Leben, ein Zuhause
findet, ist ein bisschen Weihnachten – nicht nur im Dezember.
So schließt sich der
Kreis zu meiner
Adventgeschichte, meiner Vorweihnachtsgeschichte in der ich mein Zuhause und
meine Zweibeiner fand. Aber das war erst der Anfang. Mein Advent dauert wohl ein
Leben lang. In meinem Adventkalender finde ich auch heute, nach 4 Jahren, immer
wieder ein Türchen mit einer Überraschung.
Ihr
werdet es nicht glauben, inzwischen mache ich Sport, Hundesport. Das darf ich
jetzt auch ganz offiziell –ich habe nämlich die
Begleithundeprüfung bestanden. Ich bin jetzt ein richtiger
Agility-Hund. Ich habe gelernt, dass es Spaß macht über Hürden zu springen,
Wände zu erklettern, Tunnels zu durchlaufen und Stege und Wippen zu passieren,
durch Reifen zu springen und sich durch den Slalom zu schlängeln . Mein Frauchen
zeigt mir den Weg – manchmal verläuft sie sich zwar dabei, aber meistens macht
sie das ganz gut – und ich kann inzwischen sogar richtig schnell im Parcours
galoppieren. Nach getaner „Arbeit“ bekomme ich dann immer etwas Leckeres zum
Futtern. Leberwurst, Wienerstücken, Fleischkäse … wenn ich zurückdenke, am
Anfang wusste ich nicht mal, dass man solche Sachen futtern kann. Da kannte ich
nur Trockenfutter. Ich glaube, ich war damals gar kein „richtiger“ Hund. Hund
sein musste ich erst lernen
Aber
auch ganz andere Dinge habe ich entdeckt. Nachdem ich etwa 2 1/2 Jahre hier war,
traute ich mich auch mal auf dem Rücken zu schlafen. Das war mir vorher noch
unheimlich. Mein schönes, empfindliches Bäuchlein einfach in die Höhe zu
strecken erschien mir zu gefährlich. Inzwischen liege ich aber gerne auf dem
Rücken, strecke alle Viere von mir und entspanne ganz gemütlich. Manchmal meint
Frauchen zwar sie würde dabei schon vom zuschauen Rückenschmerzen bekommen, aber
ich finde es bequem.
Etwas später fand ich
heraus, dass die ganze Sache noch toller wird, wenn man dabei noch das Bäuchlein
massiert bekommt. Wenn mir danach ist, lasse ich mich einfach vor meinem
Frauchen auf den Boden plumpsen und rolle mich so lange vor ihren Füßen herum
bis sie mit meiner Massage beginnt.
Dass
Spielen Spass macht habe ich auch kürzlich entdeckt.
Mein
Lieblings-Spielzeug ist mein Schweini. Schweini ist aus Latex und quietscht ganz
dolle. Ich habe es mir auf einem Agility-Turnier selbst verdient. Wenn mir
danach ist, hüpfe ich mit Schweini in der ganzen Wohnung herum. Ich beiße
hinein, stupse es mit der Nase, tapse mit den Pfoten drauf herum oder spiele
“Machs tot”. Mein Schweini hüpft dann auch oft durch die Luft und ich fange es
wieder ein. Manchmal lasse ich sogar Frauchen mitspielen. Wenn ich dann aber
keine Lust mehr habe, dann kuschle ich lieber mit ihr.
So gibt es noch viele
Kleinigkeiten, die ich so im Laufe der Zeit gelernt habe.
Jedes Jahr, um die
Advents- und Weihnachtszeit denke ich nach – über mich, wie ich hier an kam und
was ich im letzten Jahr so erlebt und erlernt habe. Manchmal werde ich dann auch
traurig wenn ich daran denke, wie viele meiner Vierbeiner-Kumpels so etwas
leider niemals erleben dürfen. Aber dann erglimmt ein kleiner Schimmer Hoffnung,
Hoffnung dass vielleicht gerade meine Geschichte hilft, dass noch mehr
Vierbeiner ein schönes Zuhause finden und irgendwann selbst berichten können.
Nun möchte ich mich
noch bei all denen Bedanken, die mir auf meinem Weg in mein neues Leben – mein
neues Zuhause geholfen haben. Sie alle waren für mich wie die Sterne am Himmel,
die hell leuchteten und Maria und Josef den Weg zum Stall erleichterten. So
wiesen sie mir den Weg zu einem “richtigen Hund” der Freude und Spass in seinem
Leben hat.
DANKE
meinem Frauchen,
das sich von Anfang an bis Heute ganz lieb um mich kümmert
DANKE
meinem Beaglekumpel
Aaron, der bereit war sein Zuhause mit mir zu teilen
DANKE
der ganzen
Zweibeinerfamilie, die es oft nicht leicht mit mir hatten, die vielleicht lieber
einen kleinen, freudigen, verspielten Welpen gehabt hätten, aber die mich
dennoch so angenommen haben wie ich war.
DANKE
den Trainern die
es mit mir nicht immer leicht hatten, die es mir ermöglicht haben sogar die
Begleithundeprüfung zu meistern
DANKE
den
Agility-Trainern die mir und meinem Frauchen diesen schönen Sport beigebracht
haben.
DANKE
all den Zweibeinern
die Verständins dafür haben, dass ich nicht gerne angefasst werde, dass ich viel
Zeit brauche um mir ganz sicher zu sein, dass diese Hände wirklich nicht
gefährlich sind.
DANKE
an alle Vierbeiner,
die mir nicht übel genommen haben, dass ich sie manchmal nicht nahe an mich
heranlasse. Dass ich oft lange Zeit brauche, bis ich mir sicher sein kann, dass
mir nichts passiert.
DANKE
an all diejenigen
die meinen Zweibeinern mit guten Tipps und Ratschlägen zur Seite standen, in der
realen Welt, wie im Internet
DANKE
all den Zweibeinern
die im Tierschutz arbeiten. Ohne diese, meist ehrenamtlichen Helfer wäre auch
ich, nach Kündigung meines Arbeitsvertrages im Labor, wohl nie in mein neues
Leben gekommen
Mit den besten
Weihnachts-Wünschen für alle Vier- und Zweibeiner
Euer
Beagle Aiko
www.beagle-aaron-aiko.de
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